Doris ist mal kurz weg

Von Portugal nach Ghana nach Kanada - what a year!!!

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2. Die Top 10 der portugiesischen Besonderheiten – die Zweite

??????????????????????Hallihallo, da bin ich wieder mit den finalen 5 meiner Top 10 der portugiesischen Besonderheiten, die für uns hier immer vertrauter werden und die wir früher oder später wohl auch ein bisschen vermissen werden :

6. Vereinbarte Termine gelten mehr als Richtlinien, die einen Zeitraum von +/- 30 Minuten definieren. Auf jeden Fall wird die akademische Viertelstunde bis auf die letzte Sekunde genützt und erst dann kann mit dem Erscheinen des Gegenübers gerechnet werden.

7. Zu abendlichen Zusammenkünften der Portugiesen kommt es in der Regel erst zwischen 22 Uhr und 24 Uhr. Das heißt, da trifft man sich zum Essen, um im Anschluss, so ab 01 Uhr oder 02 Uhr ins definitive Nachtleben abzutauchen. Demnach lässt es sich leider auch nicht einschätzen, wie viele coole Veranstaltungen wir unwissentlich verpasst haben, da diese erst mitten in der Nacht starten.

8. Münzen scheinen hier oft einen höheren Wert als Geldscheine zu haben. Zumindest sollte man immer eine Hand voll dabei haben, da in den seltensten Fällen Wechselgeld vorhanden ist. Erschreckenderweise ist übrigens der 20€ Schein die höchste Geldnote, die im Umlauf ist. Durch höhere Geldnoten stechen vor allem Touristen hervor.

9. Autobahnen sind in der Regel wie leergefegt. Obwohl Portugal ein überaus modernes Autobahn- und Mautsystem vorzuweisen hat – da dürfte wohl auch die EU massiv investiert haben – so werden diese von den Portugiesen kaum genützt. Zumindest haben wir es bereits unzählige Male erlebt, über weite Strecken hinweg völlig alleine auf der Autobahn unterwegs zu sein.

10. Das Temperament der Portugiesen besticht neben einer großen Portion Herzlichkeit und Offenheit auch durch ein sehr lautes Gemüt, das, wenn man sich ruhig unterhalten möchte, was zu lesen oder zu lernen hätte, zum Teil auch etwas anstrengend werden kann. Doch das dürfte wohl ein allgemeines südländisches Charakteristikum sein.

Und als Krönung – eine Besonderheit hab ich nämlich noch: Portugiesen wohnen in der Regel bis ins hohe Erwachsenenalter (wohlgemerkt auch 40+, sofern sie noch keine eigene Familie haben) bei ihren Eltern in ihren gewohnten Kinderzimmern und treffen sich mit ihren Partnern für etwaige Intimitäten im Hotel. Krass, gell?! Bei einer intakten Beziehung heißt es dahingehend wohl: sparen, wobei die Hotels angeblich zum Teil auch stundenweise vermietet werden! 🙂

1. Die Top 10 der portugiesischen Besonderheiten – die Erste

??????????????????????Nach drei Monaten Portugal möchte ich euch nun in meine persönlichen Top 10 der portugiesischen Besonderheiten beziehungsweise und vielleicht auch noch treffender, die Top 10 der portugiesischen Kuriositäten einweihen. Denn auch wenn Portugal sowohl landschaftlich als auch kulturell, was das Wetter, den Wein und zum Teil auch das Essen betrifft, Großartiges zu bieten hat, so werden wir hier doch auch immer wieder mit Besonderheiten konfrontiert, die uns seltsam erscheinen oder einfach anders sind. Vor allem auch, weil wir die weitgehend klaren Strukturen und Spielregeln eines doch eher konservativen Österreichs gewohnt sind. Und selbst wenn ich die Auseinandersetzung mit Fremden, Neuen und Andersartigen in erster Linie als Bereicherung wahrnehme und als Möglichkeit für persönliches Wachstum schätze, so muss ich auch zugeben, dass dies in gewissen Situationen sehr fordernd sein kann und zum Teil aus der Haut fahren lässt. Allerdings sei betont: nur zum Teil, denn eines ist gewiss: So manches möchte ich mir von den Portugiesen abschauen und definitiv in meine Welt nach Hause mitnehmen! Aber vorab und wie versprochen, meine persönlichen Top 10 und Highlights des portugiesischen Alltages, wobei ich euch für heute lediglich mal 5 verrate und die restlichen im Laufe der nächsten Tage eintrudeln werden ;-):

1. Fußgängerampeln werden hier komplett überbewertet beziehungsweise schlichtweg ignoriert. Egal ob grün, rot oder blinkend, es wird dann marschiert oder gefahren, wenn nach eigener Einschätzung keine Gefahr droht.

2. Frischmilch ist in Supermärkten nicht existent. In Portugal gibt es ausschließlich Haltbarmilch zu kaufen, die sich somit nicht im Kühlregal, sondern neben den Süßwaren befindet. Somit wird Milch auch im Zehnerpack gekauft, dass in meiner momentanen Küche, die nicht größer als ein Fingerhut ist, für Platzmangel sorgt.

3. Tische und Sessel in Restaurants oder Cafes wackeln aus Prinzip. Ich glaube noch nie entweder einen Tisch oder einen Sessel vorgefunden zu haben, der nicht in irgendeiner Weise defekt war und somit auch nicht gewackelt hätte.

4. Tempolimits in Gassen oder in der Altstadt gibt es nicht oder zumindest hält sich kein einziger Portugiese daran. Es ist zum Teil wirklich schauderlich mit welchem Tempo, Autos an uns und an andere Passanten vorbei ziehen und dabei immer wieder Kratzer, Parkschäden und dergleichen sowohl beim eigenen als auch bei anderen Autos verursachen.

5. Warten scheint hier eine allgegenwärtige Volksbeschäftigung zu sein. Denn ob auf die Rechnung im Lokal, den Parkplatz auf der überfüllten Straße oder in der Warteschlange an der Kassa, die portugiesische Kultur kennt keine Eile oder Ungeduld. Unterstrichen wird die Philosophie des Wartens übrigens sehr häufig mit der Benützung diverser Automaten, an denen Nummern gezogen werden, die scheinbar eine gewisse Ordnung in den Warteprozess bringen sollen.

Gut, das wars fürs Erste, die nächsten 5 folgen in Kürze! Schönen Tag noch!

Besuch aus der Heimat

IMG_1284Vergangene Woche bekamen wir Besuch und hatten somit die wunderbare Gelegenheit unsere derzeitige Welt zu teilen und das, was uns hier in Portugal bewegt, besonderen Menschen, also genauer gesagt meinem Papa und Ricarda, näher zu bringen. 🙂 Außerdem gab es ja auch den einen oder anderen Geburtstag nachzufeiern, das uns in sämtlichen typischen Restaurants, Bars und Kneipen bei portugiesischen Spezialitäten und viel Vinho Tinto e Branco oder Cerveja auch gelungen ist. Nachdem wir die ersten Tage in Coimbra verbracht haben und den beiden die Besonderheiten dieses Städtchens näher gebracht hatten, legten wir einen neuerlichen Strandtag in Figueira da Foz ein, wo sich Papa bereits vor 40 Jahren in die Wellen stürzte. IMG_1424Heuer blieb es aufgrund des stürmischen Ozeans lediglich bei der idyllischen Beobachtung vom Strand aus und ausschließlich die Füße hatten wieder einmal Kontakt mit dem Atlantik – bei den erfrischenden Temperaturen des Ozeans jedoch Abkühlung genug! Besonders cool war auch, dass aufgrund des ausführlichen Sightseeings in Coimbra nun auch endlich Christian und ich in den Genuss kamen, die alte Universität mit ihren prunken Räumlichkeiten und der, über die Grenzen hinausgehenden bekannten Bibliothek, die gemeinsam mit der Universität ebenso zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, von innen, unten und oben zu besichtigen. IMG_1603Außerdem führte uns der Besuch von Papa und Ricarda ein weiteres Mal nach Fatima und nach Porto. Und mit dem Abstecher in Porto hatten wir somit die Möglichkeit erneut städtische Luft aus dem Norden Portugals zu schnuppern und die Besonderheiten dieser Stadt nochmals auf eigene Faust zu erkunden. Ernüchternd und zum Teil auch erschreckend war für uns alle jedoch, dass Porto auf den zweiten Blick, die Spuren der Krise in Europa sehr deutlich zeigt. Denn selbst wenn diese Stadt mit Sicherheit eine goldene Ära hatte – darauf lassen wunderbare Bauten und ein bezauberndes Stadtbild schließen – so wird eben bei genauerer Betrachtung sehr deutlich, dass diese Ära bereits viele Jahre zurückliegt und die Stadt allmählich verfällt. Zumindest müsste definitiv mehr investiert werden, um die Kostbarkeiten von Porto sowohl für heute als auch morgen zu bewahren.
Doch wie gesagt, die Spuren der Krise zeichnen sich in Portugal doch sehr deutlich ab und das Bewusstsein schärft sich auch auf diese Weise, das Österreich, zumindest jetzt noch, ein Stück Paradies auf Erden ist, auf das wir uns übrigens mittlerweile immer mehr freuen. Derzeit haben wir beide ein wenig das Gefühl schon eine halbe Ewigkeit weg zu sein (auch wenn dem, wie wir ja wissen, nicht so ist, aber Zeit hat hier nach wie vor eine andere Bedeutung) und auch mit dem Besuch aus der Heimat, wächst allmählich die Vorfreude wieder heim zu kommen. Und dennoch genießen wir hier jeden Moment und sind unglaublich glücklich und dankbar das erleben zu dürfen. Somit schicken wir sonnige Grüße aus einem heißen Portugal in ein, wie wir wissen, ebenso sonniges und heißes Österreich!

Süßes aus Portugal

Heute möchte ich euch von der portugiesischen und förmlich göttlichen Süßspeisenkreation – dem Pastel de Nata – berichten, das seine Wurzeln in Belem hat und das es hier quasi an jedem Eck, in allen noch so kleinen Cafés und Bäckereien sowie in jeglichen Supermärkten zu kaufen gibt und deren Verzerr mich fast täglich aufs Neue erfreut! 🙂 IMG_1270 Es handelt sich dabei um kleine Blätterteigtörtchen mit einer Art Vanillepudding oder Creme sowie einer knusprigen Kruste als harmonische Abrundung dieses köstlichen Gedichtes. Und der Supergau, es kostet in der Regel lediglich 1€! Prinzipiell lässt sich sagen, dass vor allem der Norden Portugals ohnehin sehr bekannt ist für seine Süßspeisen, Torten und verschiedenen Gebäckvariationen, die übrigens meist in Gelb gehalten sind. IMG_1265Grund dafür ist, dass wir uns zumindest hier in der nördlichen Region quasi in einem katholischen Kernland befinden und hier somit in den vergangenen Jahrhunderten sämtliche Klöster und Orden entstanden. Die Nonnen dieser Klöster waren mitunter für die Zustellung und die Zubereitung der Hostien für eine Vielzahl von Kirchen in der Umgebung verantwortlich. Ja und da die Nonnen eben beim Backen dieser Hostien, die sich in erster Linie aus Eiweiß zusammensetzen und ja quasi einfachen Oblaten entsprechen, eben ausschließlich das Eiweiß der Eier benötigten, blieb jede Menge Eigelb übrig. Um dieses nicht verschwenderisch entsorgen zu müssen kreierten die Nonnen in ihren Backstuben die kreativsten Rezepte für Süßspeisen mit Eigelb und demnach sind die traditionellen süßen Köstlichkeiten aus dem Norden Portugals alle eher in Gelb gehalten, wobei eben das Pastel de Nata und, ich würde sagen, seine Schwesterkreation, das Queijada, die Herzstücke der portugiesischen Süßspeisen sind.
Tja, soviel zur Geschichtestunde, wobei mir diese Erklärung selbst nur erzählt wurde. Schlüssig ist sie aber allemal! 🙂

Hot Greetings from the west

IMG_1130Da sich in den vergangenen Tagen die tragischen Vorkommnisse Zuhause förmlich überschlagen haben und wir auch einen Einbruch in unsere Wohnung wegzustecken hatten, den jetzt zum Glück meine Mama von Zuhause aus mit Polizei, Versicherung und Co. managed, haben wir die letzte Woche aufgrund unserer Betroffenheit eher ruhig verbracht. Außerdem kletterte am Wochenende das Quecksilber auf fast unerträgliche 38° und das in einem windstillen Coimbra. Auch deshalb lies die Motivation für etwaige Aktivitäten somit etwas zu wünschen übrig. Aber zumindest haben wir hier in Portugal die seltene Gelegenheit an solch heißen Tagen auch spontan ans Meer zu fahren. Und somit packten wir unsere sieben Sachen und machten einen weiteren Abstecher in Figueira da Foz, wo sich bei knappen 30°, der würzigen Seeluft und der erfrischenden Meeresbrise die heißen Sommertage sehr angenehm gestalten lassen. IMG_1243Zwar wird der Atlantik seinem Ruf, besonders frisch zu sein, nach wie vor gerecht, aber zum Abkühlen der Zehenspitzen eignet er sich wunderbar! 😉 Somit schicke ich euch hitzige Grüße aus Portugal!

Back in town in Coimbra

Seit Samstag sind wir wieder in Coimbra und wir beide genießen es sehr wieder hier zu sein und diese idyllische Stadt mittlerweile als ein weiteres Stück Zuhause zu erleben. Vor allem tut es unglaublich gut nach 10 Tagen eher fröstelndem und feucht-unfreundlichem Azorenwetter endlich wieder Sommer und Sonnenschein zu erfahren. Auf jeden Fall bin ich nach unseren Erfahrungen auf São Miguel, dem von diversen Wetterberichten bekannten Azorenhoch, von nun an mehr als skeptisch eingestellt. 😉
Da unser Flugzeug am Freitag übrigens doch erst mit reichlicher Verspätung starten konnte und wir somit unseren Zug nach Coimbra definitiv nicht erwischt hätten, mieteten wir uns für eine Nacht in einem etwas schwindligen Hotel in einer noch zwielichtigeren Ecke Lissabons ein Zimmer, das zwar nicht unbedingt einladend war, aber dennoch die Basics bereitstellte. Zumindest hatten wir ein Dach über den Kopf, der Herr, der sich als Rezeptionist ausgab, war sehr bemüht und wir haben definitiv unsere Geldbörse geschont.
IMG_1035Und gelohnt hat sich dieser Abstecher dann doch noch sehr. Denn den Tag darauf haben wir im wunderbaren Belem, einem historischen Stadtteil Lissabons verbracht und uns dort einem spontanen Sightseeingtrip hingegeben. Neben der Besichtigung des Mosteiro dos Jerónimos und dem Torre de Belem, wiederum beides eindrucksvolle Bauten, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen und dem Padrão dos Descobrimentos, ein Denkmal für portugiesische Seefahrer und Entdecker, IMG_1045lernten wir ein paar atmosphärische Plätze Lissabons kennen, die Lust auf mehr machen. Vorerst bleiben wir jedoch in Coimbra, lassen die abenteuerlichen Erlebnisse der letzten zwei Wochen wirken und erfreuen uns der portugiesischen Sonne, die mittlerweile zeigt, was sie wirklich drauf hat!

To sum up the Açores

IMG_0704Nach neun Tagen Azoren heißt es für uns Resümee zu ziehen. Also gut. Die Insel São Miguel ist sehr grün und sehr klein. Das Wetter ist mehr als durchwachsen und von den vier Jahreszeiten, die man hier, wie schon erwähnt, innerhalb eines Tages erleben soll, wird die Insel in erster Linie durch die herbstliche beherrscht. Das heißt für alle, die sich im Rahmen ihres Urlaubes Sommer, Strand und Sonnenschein erwarten, kommen hier wahrscheinlich weniger auf ihre Kosten. Und da auch wir uns eher zu den Sonnenanbetern zählen, lies das Wetter für uns mal wieder sehr zu wünschen übrig. IMG_0831Dennoch kann ich behaupten, dass wir uns den gutgemeinten Ratschlag der Azorianer: „Here you have to go with the flow, the weather doesn’t matter” zu Herzen genommen zu haben und ein dementsprechend abwechslungsreiches sowie intensives Programm, das so manches Abenteuer für uns bereit hielt, erlebt zu haben. Neben dem Besuch sämtlicher Aussichtsplattformen,  an denen meine neue Kamera Höchstleistungen vollbrachte, einem Abstecher an den einzigen Teeplantagen Europas IMG_0587 sowie in einer vorzüglichen Schnapsbrennerei, dem Kennenlernen sämtlicher Wanderwege, vor allem um unterschiedliche Seen in den typischen Kraterlandschaften dieser Vulkaninsel, und diverser Bäder in natürlichen heißen Quellen, durften wir am Mittwoch auch noch das Coasteering als großartiges Highlight unserer Zeit auf den Azoren erfahren. Dabei kletterten wir, ebenso geführt durch unsere Guides Paolo und Carlos des Azorean Active Blueberry Teams, die Felswände der Küste entlang, schnorchelten in den Buchten des Atlantiks und konnten im Zuge dessen ein weiteres Mal ein Stück Unterwasserwelt des Ozeans kennenlernen. Somit dürfen wir sowohl das Canyoning als auch das Coasteering zu den extrem coolen Erfahrungen in unserer Portugalzeit zählen.

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Ebenso war es eine Freude im Rahmen dieser Events die Bekanntschaft mit zwei überaus sympathischen und spontanen Kanadierinnen gemacht zu haben, mit denen wir gestern noch eine gemeinsame Tour um die Insel gemacht haben. Klar ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch auch, dass neun Tage São Miguel mehr als genug sind und wir uns somit sehr auf das Festland und in weiterer Folge auf Coimbra freuen, was sich für uns beide schon fast ein bisschen wie heimkommen anfühlt. Und sofern uns unsere englische Billigfluglinie nicht noch weitere Stunden an Verspätung beschert, dürften wir noch heute Lissabon erreichen und ab morgen wieder in unserem feucht-fröhlichen Nest in Coimbra sein! Juhuuuu! 🙂

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PS:Dieses Gericht nennt sich übrigens Cozido und wird für mindestens 12 Stunden unter der Erde in Gruben durch die Hitze des scheinbar brodelnden Vulkans gekocht. Eine überaus traditionelle und für Azorianer mit Sicherheit auch sehr zu genießende Köstlichkeit, für uns jedoch ehrlich gesagt eher etwas gewöhnungsbedürftig und zu speziell. Aber zumindest haben wir es probiert! 😉

Über Stock und Stein beim Canyoning

Am Samstag durften wir ein weiteres Abenteuer auf dieser überaus inspirierenden Insel erleben, die über weite Strecken hinweg den Anschein macht, als befände man sich fernab von jeglicher Zivilisation, Hektik und Geschäftigkeit. Raum und Zeit gewinnen hier auf jeden Fall eine andere Bedeutung und ich traue mich zu behaupten, äußerst selten an Orten gewesen zu sein, die einen derartig bei sich ankommen lassen. Außer vielleicht in Pusterwald! 😉 Denn interessanterweise erinnert diese Insel, mal abgesehen davon, dass sie sich mitten im Atlantik befindet und somit vom Ozean umgeben ist, aufgrund ihres satten Grüns, der unberührten Natur, der Vielzahl an Kühen auf Wiesen und wohlgemerkt auf Straßen sowie der wenigen Menschen und der beschaulichen Atmosphäre, die hier herrscht, sehr an ein Stück Heimat in Pusterwald! IMG_0682Und obwohl uns die Zeit hier auf São Miguel  Ruhe und Gelassenheit schenkt, so bin ich derzeit höchstmotiviert und genieße es in vollen Zügen Neues auszuprobieren und Sachen zu machen, die es mir ermöglichen mutig zu sein und mich etwas zu trauen! Demnach war auch unsere Canyoning Tour der absolute Wahnsinn!!! Mit zwei großartigen Guides, Paolo und Carlos des Azorean Active Blueberry Teams, die vortrefflich für unser Wohl und unsere Sicherheit sorgten, sowie zwei kanadischen Mädels und einem russischen Genossen ging es über Stock und Stein, zwischen Felsen und Geröll, über fünf Wasserfälle, den Fluss entlang, wodurch wir zum einen die Wildnis São Miguels kennen lernen durften und zum anderen uns selbst vor die eine oder andere Herausforderung stellten! DCIM100GOPROGOPR0210.
Auf jeden Fall blicke ich auf eine Wahnsinnswoche zurück, die sich vor allem durch einen immensen „Adrenalinausschuss“ kennzeichnet. Denn schließlich glaube ich nicht allzu oft von mir behaupten zu können, innerhalb von sieben Tagen in 4000m Höhe aus einem fliegenden Flugzeug gesprungen zu sein, Wale und Delphine in deren natürlichen Lebenswelt beobachtet und sich von Felsen abgeseilt zu haben oder von Klippen in unbekannte Gewässer gesprungen zu sein. Und weil ich gerade so mutig bin, haben wir uns dazu entschieden am Mittwoch noch ein weiteres Abenteuer zu wagen. Das heißt, sofern das Wetter mitspielt, treffen wir uns erneut mit Paolo und Co., diesmal zum Coastering, was auch immer das genau sein wird…Aber soviel ich weiß, ist es eine Kombination aus Klettern und Schnorcheln entlang der Küste. Aber wie gesagt, es steht und fällt mal wieder alles mit dem lieben Wetter. IMG_0461Denn auch wenn es heißt, dass man hier auf den Azoren innerhalb eines Tages alle vier Jahreszeiten erleben kann, so haben wir in den letzten zwei Tagen in erster Linie mit dem, uns so vertrauten herbstlichen Novemberwetter vorlieb nehmen müssen, was leider viel Regen und Nebel mit sich gebracht hat. Aber da Christian und ich derzeit mobil sind und wir mit einem schmucken Smart, der gefühlt wirklich nicht größer als eine Schuhschachtel ist, durch die Gegend fahren, trotzen wir dem dürftigen Wetter und erkunden dennoch diese bezaubernde Insel.

On tour mit Moby Dick

Gestern hatten wir erstmalig in unserem Leben das Vergnügen eine Vielzahl seltener Meeresbewohner, abseits von köstlichen Fischplatten und Paellas in diversen Restaurants kennen zu lernen und diese somit live und direkt vor unseren Augen zu erleben. Auf São Miguel ist es Gang und Gebe und somit auch eine touristische Attraktion sich unter der Aufsicht geschulter Guides und Kapitäne mit Schiffskuttern und Booten aufs offene Meer zu begeben, um dort hautnah diverse Fischarten in deren Lebensräumen zu beobachten. Da wir anfänglich etwas skeptisch waren und ehrlich gesagt nicht erwarteten tatsächlich auf Wale und Co. zu treffen und wir außerdem etwas Bammel vor einer zu stürmischen See und in Folge dessen Sorge um einen flauen Magen und Übelkeit hatten, waren die Gefühle beim Buchen dieses Trips, zumindest in meinem Fall, etwas gemischt. Doch da man nicht allzu oft die Möglichkeit hat mitten am Atlantik Bekanntschaft mit derartig seltenen Tieren zu machen, überwog dann doch die Neugierde und die Vorfreude auf dieses Erlebnis. Und schlussendlich haben sich dieser Trip und die 35€ pro Person absolut gelohnt und wir können auf einen ereignisreichen gestrigen Tag, eine viereinhalbstündige Bootsfahrt bei strahlend blauen Himmel am förmlich idyllischen Atlantik zurückblicken und kamen zusätzlich in den Genuss ganze Scharen von Delphinen, Walfamilien und sogar Meeresschildkröten zu beobachten!!! 🙂 IMG_0220Besonders überrascht waren wir, dass wir gerade einmal zehn Minuten unterwegs waren und schon die ersten Delphine zu sehen bekamen, die frisch fröhlich und überhaupt nicht scheu um unser Boot herum tummelten. Für uns beide ein einzigartiges Schauspiel und eine weitere Besonderheit hier in Portugal sowie ein wunderbarer Einstieg in unseren Urlaub auf den Azoren, der übrigens in bemerkenswerter und noch nie da gewesener Form festgehalten werden kann! IMG_0071Denn da ich von meinen lieben Eltern zu meinem 30er eine überaus geniale Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen habe, der es gelingt jeden einzelnen Moment auf eine unglaublich naturgetreue und realitätsnahe Weise einzufangen, kann von nun an alles, was bewegt und unvergesslich bleiben soll, bildhaft dokumentiert und hervorragend festgehalten werden. Und somit auch unsere Bekanntschaft mit den Meeresbewohnern! Für ein weiteres Highlight könnte übrigens bereits heute gesorgt sein. Denn da wir diese Woche erneut einen Geburtstag zu feiern hatten und sich diese Insel hervorragend für weitere Abenteuer anbietet, starten wir heute als Geschenk für Christian erstmalig eine Canyoning Tour quasi quer durch die Wildnis São Miguels. Bleibt nur zu hoffen, dass wir trittsicher und save durch den heutigen Tag kommen – Nervenkitzel, Vorfreude und Aufregung sind auf jeden Fall mit im Gebäck!

I am learning to fly

Hallihallo ihr Lieben, I am back! Seit Dienstagabend befinde ich mich wieder auf portugiesischem Boden, wenn auch nicht direkt am Festland. Genau gesagt sind wir mitten im Atlantik etwa 1300 km westlich von Lissabon und circa 4000 km östlich von New York – auf São Miguel einer der 9 Inseln der portugiesischen Azoren.
Doch bevor ich unseren Reisebericht weiterführe, möchte ich euch vorab von einem Wahnsinnserlebnis des vergangenen Wochenendes beziehungsweise von einem grenzgenialen, phänomenalen und unvergesslichen Highlight meines gesamten Lebens erzählen. Und selbst wenn sich diese bemerkenswerte Erfahrung nicht im Rahmen meiner Auszeit hier in Portugal, sondern in der Heimat zugetragen hat, ist sie dennoch absolut der Rede wert und verdient einen außerordentlichen Platz hier in meinem Blog.
Wie bereits erwähnt, hatte ich vergangenes Wochenende die Freude die Firmpatin meiner Cousine zu sein, wodurch ich nach einem neunwöchigen Break mal wieder österreichische Luft zu schnuppern bekam und das Wochenende in der Heimat verbrachte. Somit hatte ich auch das große Vergnügen Zeit mit meiner Familie zu verbringen, Freunde zu treffen und, Dank des überraschend frühlingshaften Wetters an diesem Wochenende, sowohl die Firmung meiner Cousine als überaus schönes Ereignis zu erleben als auch gleich am Tag darauf ihr Firmgeschenk einzulösen. Doris_Graz_20150531_003Und da meine Cousine über eine immense Portion Abenteuerlust und Mut verfügt und ich dahingehend meine Chance widerte selbiges an den Tag zu legen, haben wir uns dazu entschieden gemeinsam aus 4000m Höhe aus dem Flugzeug zu springen und einen Tandemfallschrimsprung zu wagen. Ja und das war der absolute Hammer und eine der besten Erfahrungen ever, ever, ever!!! Zum einen weil es einfach ein Wahnsinnsgefühl ist völlig konträr zum instinktiven Überlebenstrieb sich von dieser Höhe in die Tiefe zu stürzen, um unmittelbar darauf für über eine Minute lang bei 220km/h im freien Fall zu sein – absolut mindblowing, sag ich nur – und zum anderen weil es unfassbar glücklich macht, an eigene Grenzen zu gehen, loszulassen, mutig zu sein und sich trotz der intensiven Aufregung, etwas zu trauen. Doris_Graz_20150531_012Wirklich, dieses Erlebnis hat mich absolut geflashed und ich kann nur jedem, der ebenso mit dem Gedanken spielt sich waghalsig mit einem Tandempartner aus dem Flugzeug zu werfen, empfehlen: Einfach machen und genießen!!! Und wer weiß, vielleicht gibt es auch für mich ein Revival…:-)
Für jetzt heißt es aber vorerst wieder anzukommen, den Magen zu beruhigen und sich einzustimmen auf die morgige Whale-Watching-Tour am Atlantik, die Christian und ich heute in Ponta Delgada spontan gebucht haben. Ich hoffe somit auf eine ruhige See und überaus aktive Wale, Delfine und sonstige Meeresbewohner, die sich morgen im besten Fall aus sicherer Distanz blicken lassen.

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